Törnbericht / Logbuch

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Ausbildung 2016/2017

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Willkommen an Bord

Segeln ist wie Camping auf dem Wasser – oder?

Wie erklärt man die Faszination des Segelns Leuten, die selbst nicht segeln? Wenn wir von unseren Erlebnissen erzählen, ernten wir oft erstaunte Blicke: Ständig sind die Klamotten feucht. Es schwankt hin und her. Irgendwie wird einem kodderig, erst auf See, später dann an Land. Der Wind pfeift kalt um die Ohren. Die Finger werden klamm und tun weh. Blaue Flecken zeigen sich an Orten, wo man sie bisher noch nie vermutet hatte. Unter Deck haut man sich die Rübe an. Die Bordtoilette – wenn überhaupt vorhanden – vermittelt ein nie gekanntes „Raumgefühl“. Klingt bestenfalls nach Camping-Abenteuerurlaub. Ist nur eine winzige Kleinigkeit teurer. Also warum segeln?

Es gibt natürlich auch offensichtlich schöne Momente: Sonne, leichte Backstagsbrise, blauer Himmel, weites Meer, verträumte Ankerbuchten, echte Tiere in „freier Wildbahn“, wie z.B. Delfine, Wale, Meeresschildkröten, von Fischen jeder Art und Größe ganz zu schweigen. Der Sonnenuntergang! Das können auch Nichtsegler nachvollziehen.

 

Segeln ist ein Flow-Erlebnis.

Etwas wissenschaftlicher ausgedrückt kann Segeln als eine autotelische Aktivität beschrieben werden. Autotelisch ist eine Tätigkeit, wenn sie einzig und allein um ihrer selbst willen ausgeführt wird. Der Handelnde geht dabei in seiner Aktivität völlig auf und nimmt nur noch die Dinge wahr, die unmittelbar für diese Aktivität relevant sind. Der Wissenschaftler (mit dem unausprechlichen Namen) Mihaly Csikszentmihalyi hat diesen psychologischen Zustand als Flow bezeichnet. Im Tun aufgehen: „Flow ist das Verschmelzen von Handlung und Bewußtsein. Ein Mensch im Flow-Zustand ist sich zwar seiner Handlungen bewußt, nicht aber seiner selbst. Fragen, wie zum Beispiel: „Mache ich meine Sache gut? Was tue ich hier? Sollte ich das wirklich tun?“, kommen dem Akteur gar nicht in den Sinn.“ (Cskiszentmihalyi 1985, 61ff).

Flow stellt sich nach wissenschaftlicher Lehrmeinung dann ein, wenn ein Gleichgewicht zwischen den Herausforderungen einer Situation und den eigenen Fähigkeiten besteht. Wobei vorausgesetzt wird, daß die Situation bereits gewisse Herausforderungen mit sich bringt. Flow ist ein Erlebniszustand zwischen Angst und Langeweile. Angst kommt auf, wenn man sich den Herausforderungen nicht mehr gewachsen fühlt, Langeweile stellt sich ein, wenn die eigenen Fähigkeiten die situationalen Herausforderungen deutlich übersteigen.

Beim Segeln kann man so richtig abschalten – und noch etwas lernen.

Um hier mal wieder zum Segeln zurück zu kehren: Jede Segelsituation hat ihre eigenen Herausforderungen. Und Spaß macht es vor allem dann, wenn dabei die eigenen Fähigkeiten nicht überstrapaziert, aber auch nicht unterfordert werden. Dann stellt sich der Flow-Zustand ein („Flow is fun“, Privette 1983, 1364). Alles andere wird nebensächlich. Job, Büro, Stress? Alles vergessen, und zwar sofort!

Und das Schöne daran ist: Die Qualität der Herausforderungen, deren Anspruchsniveau, kann man in weiten Teilen selber festlegen und den eigenen Fähigkeiten anpassen. Je mehr man dazu lernt, desto größere Herausforderungen kann man sich suchen. Die Schrittweite kann man dabei selber festlegen. Solange man sich nicht überfordert und es mit der Angst zu tun bekommt und solange es nicht langweilig wird, bleibt der Spaß erhalten.

Vielleicht erklärt das auch, warum es beim Segeln nicht so sehr auf die äußeren Umstände (Regen oder Sonne, Flaute oder Sturm, Traumbucht oder Yachthafen) ankommt.

Das Tolle am Segeln? Ist das Segeln!

Originaltext von Dr. Olaf Wenzel (http://www.sail-as-a-team.de)

 


Die Seenotretter

Die "JUAN DE LA COSA"

Umwidmung der HEIDE-WITZKA

 

Über uns

Die Segelkameradschaft Buchholz e.V. wurde im Jahre 1988 in Buchholz in der Nordheide gegründet. 
Zur Zeit sind wir etwa 100 Mitglieder, in unserer Segelkameradschaft finden interessierte Freunde dieses maritimen Sports, die mehr als nur chartern wollen, ihr Zuhause.
Nicht nur das Segeln und die Arbeit am eigenen Schiff machen auch aus Anfängern gute Segler und Skipper. Erfahrene Segelkameraden geben ihr reichhaltiges Wissen weiter und die Ausbildung bei uns wird groß geschrieben.


Segelkameradschaft Buchholz e.V.

c/o Jens Weidling

Breite Strasse 20, DE-21244 Buchholz

vorstand@segelkameradschaft-buchholz.de

 


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