Wir haben den Kanal voll, .... ach ne, wir haben Ihn überquert

Nachdem wir am Mittwoch in der Rodney Bay das letzte Schiff der ARC willkommen geheißen haben (war sehr stimmungsvoll die Beagle ankommen zu sehen), ging es gestern dann rüber nach Martinique. Es hat sich unterwegs als absolut richtig erwiesen, dass Dingi auf’s Verdeck gut zu verschnüren. Die Halterung für den Outborder ist klasse, danke Marc.


Mit Wind aus Ost zwischen 14 und 34 Knoten ging es zum Wellenreiten. Teilweise 3 bis 4 m Welle hat so manchen Juchzer entlockt, ohne das Einer grün wurde. Die beiden kleinen Duschen waren zwar nicht gewollt, aber sehr erfrischend. Nur mit gereffter Genua haben wir zwischen 5 und fast 8 Knoten gemacht. Die HW ist halt fast ein Rennpferd.
Nach rund 27 sm sind wir dann in Le Marin eingelaufen. Über Funk das Marina Office zu erreichen, wie es empfohlen ist, hatte keinen Erfolg. Wir haben nur französische Konversation empfangen. Alle an Bord haben aber fast nur Bahnhof verstanden. Die von St. Lucia gewohnte Unterstützung durch die Boot-Boys wurde uns nicht angeboten, willkommen in Europa.
Ein kurzer Abstecher in den Hafen hat uns dann dazu bewogen, erst einmal an eine Mooringboje draußen fest zu machen.
Dann das Dingi an Bord wieder mit mehr Luft zu füllen (hatten etwas Luft abgelassen, um die Erwärmung und Ausdehnung zu kompensieren) war eigentlich kein Problem. Auch das Dingi wieder mit der richtigen Seite nach unten ins Wasser zu bringen war einfacher als zuerst gedacht.
Also dann per Dingi in den Hafen, um die Formalitäten zu erledigen.Die Capitainerie ist im neuen Gebäudekomplex relativ schnell zu finden gewesen. Oh Wunder, man (nein, ne nette Deern) spricht besser englisch als ich. Wenn wir schnell sind bekommen wir noch einen Liegeplatz am Steg, mit Einweisung. Also wieder zurück und Maschine an. Leider ist der Einweiser ins Wasser gefallen, jedenfalls kam keiner. Na egal, dann auf gut Glück einen freien Platz zwischen den Monster-Cats gesucht und gefunden.
Im Office dann die restlichen Hafenformalitäten erledigt und für 2 Nächte in Euro bezahlt.
Im Karibik Buch stand geschrieben, dass das Bureau du Douane nur Vormittags auf hat, also nur etwas gesucht, aber nichts gefunden, morgen ist halt auch noch ein Tag und wir wollen eh einen Landtag einlegen, um die Insel etwas zu erkunden.
Im Hafen gibt es eine kleine Pizzeria, also Pizza an Bord. Kann man durchaus empfehlen.
Eine kleine Überraschung hatte Martinique noch für uns auf Lager. Die Toiletten und Duschen waren nur bis 20:00 Uhr offen und dann verschlossen, so dass auch unsere Keycard nicht den gewünschten Zugang gewährte. Ein „Offizieller“, der noch rum lief und die Zugänge zu den Stegen (bis auf einen) mit Ketten gesichert hatte, fand es auf unsere Fragen nach offenen Toiletten absolut normal, dass an 3 Tagen die Woche alles um 20:00 Uhr und den Rest der Woche bereits um 19:30 Uhr geschlossen wird. Nun denn der Hafen ist groß und unsere Bordtoilette funktionsfähig.

Nach einer sehr ruhigen Nacht im Hafen, gab es erst einmal eine schöne Dusche (Sanitärbereich sauber und groß, wenn er denn zugängig ist) und den obligatorischen Regenguss.

Ein Teil ist dann per Leihwagen auf Erkundung gefahren und Skipper und Sohn relaxen, haben einen Mittagssnack eingeworfen und werden gleich zum Strand fahren und weiter relaxen. Treu dem Motto: live slow, seil fast, work less.

In diesem Sinne erst einmal Schluss für heute.

Übrigens Schiff und Crew sind weiterhin wohlauf.

Michael

Hier ein kleiner Eindruck von Le Marin

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