Karbik in der Ostsee

Törn vom 31.08. bis 07.09.2002

Shorts und T-Shirt waren auf diesem Törn angesagt, alles andere wäre zu viel gewesen! Abwechslungsreicher war die Segelgarderobe: Von Vollzeug, stark gerefft über Blister und Spinacker bis hin zu "oben ohne" nutzten wir die ganze Palette.

Übernahme der Heide Witzka von der Vorcrew war in Greifswald. Bei sonnigen SW Stärke 5 liefen wir durch den Greifswalder Bodden Richtung Saßnitz. In der Prorer Wiek erwischten uns aber noch WNW 6, in Böen 7 - also stark gerefft und etwas "Hack" zum angewöhnen.

Stunden lang NW 5-6 waren gut für den langen Schlag Richtung Bornholm. Nach 5 Stunden bei idealem Wind und strahlendem Sonnenschein beschlossen wir, statt nach Rönne gleich nach Allinge zu gehen - sonst wäre der Spaß zu schnell zu Ende gegangen. 5 Seemeilen vor Hammerodde (Nordspitze von Bornholm) holte uns aber die Ostsee wieder ein: Innerhalb von 5 Minuten von 6 auf 0 Windstärken. Der Rest des Weges nach Allinge war beschwerlich und unter Motor.

Karibik-feeling wegen der sengenden Sonne aber Ostseewirklichkeit aufgrund der Flaute zwangen uns auf dem Weg nach Christiansö fast ausschließlich zu motoren - zum Glück nur ein kurzer Weg. Die Besichtigung der Insel mit ihrer Festung entschädigte aber reichlich für den Motorlärm.

Ideal wurde wieder der nächste Tag. Über strahlende Sonne brauchen wir nicht zu reden - die war fest gebucht. SE 3-4 aber waren für den Spinacker maßgeschneidert. Hammerodde war schnell erreicht und mit Großsegel und Genua ging es weiter nach Rönne, wo viel Zeit für die Besichtigung der Altstadt blieb.

Sonne aber auch eine diesige Kimm war das Zeichen für den letzten großen Schlag dieser Reise. ESE 5 ließen uns gleich das Großsegel etwas einreffen - trotzdem ging es mit 7 Knoten Speed Richtung Saßnitz .Auf halbem Weg schwächelte der Wind aber etwas - ausreffen war angesagt. Aber schnell war die Überfahrt mit nur 8 ½ Stunden für 52 Seemeilen immer noch.

Über Saßnitz sagt man besser nichts - alles andere wäre unvorteilhaft für diese Stadt und ihren Hafen. Also kehrten wir ihr am Donnerstag gern den Rücken obwohl der Wind schnell völlig schlapp machte. Dafür blieb uns aber die Sonne treu. Nachdem alle Tricks, den Wind wieder hervorzulocken - wir zeigten ihm nach und nach alle Segel bis auf den Spi - nichts fruchteten, entschieden wir uns für "oben ohne", bargen alle Segel und starteten den Motor zum touristischen Programm: Rundfahrt um Kaiserstuhl und Kap Arkona.

Ein kurzes Segelintermezzo am Nachmittag wurde wegen Gewitterlage und engem Fahrwasser zwischen Rügen und Hiddensee abgebrochen. Der Ostsee sei Dank wurde kein tropischer Gewittersturm daraus, sondern nur ein bald abziehendes mitteleuropäisches "Gewitterchen" daraus und in Vitte auf Hiddensee konnten wir in der Abendsonne und schon wieder im T-Shirt das Einlaufbier im Cockpit genießen.

Man glaubt es kaum, aber der letzte Reisetag war wieder voller Sonnenschein. Rund Hiddensee nach Stralsund gab uns noch einmal das Gefühl von freier See, bis es in die Enge des Strelasundes ging. Verwinkelter können auch karibische Fahrwasser nicht sein und mehr Leuchttürme "auf Abbruch" gibt es dort auch nicht.

Eie Woche karibisches feeling nahmen von der Ostsee mit in den Alltag:
Helmut Walter, SKB und ASViM
Heinz-Joachim Falck, SKB
Ralf v. Rautenfeld, ASViM
Christian Walter, SKB.

Drucken E-Mail