Die Jugendabteilung der SKB

Einigen schwebte es schon länger vor – Die Vorstellung die Jugendarbeit in der SKB wieder aufleben zu lassen, eine eigene Jugendabteilung zu gründen und somit die Lücke zwischen dem Kindersegeln im Opti und dem Segeln auf der Heide-Witzka zu schließen. Denn – sagen wir es mal so – der Altersdurchschnitt in der SKB ist nicht der niedrigste.

Wie gestaltet man Jugendarbeit attraktiv und  kann somit die Jugend an die Segelkameradschaft Buchholz binden? Da waren sich die meisten einig – mit einem eigenen Jugendboot, welches die Vorstellungen der Jugend anspricht. So können sie an diesem Boot wachsen und lernen Verantwortung zu übernehmen. Andreas, Nils und Ich fühlten uns berufen und fingen somit an uns intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und konkrete Konzepte auszuarbeiten.

Die Eckdaten für das Boot standen schnell: Leicht zu händeln (auch von den Jugendlichen alleine), dementsprechend nicht länger als 8 Meter. Und Trailerbar. Schließlich liefen alle Fäden bei einer Albin Express zusammen: 7,77m lang, 2,50m breit und 1,45m tief. Einfaches 7/8 Rigg ohne viel Schnickschnack, trotzdem schnell und sportlich zu segeln. Auch die Liegeplatz-Entscheidung gestaltete sich nicht allzu schwer: Dicht vor der Haustür sollte das Boot ligen, keine langen Autofahrten, damit eben soetwas wie Feierabendsegeln problemlos möglich ist. Diesbezüglich fiel die Entscheidung auf Hamburg/Finkenwerder. Doch was ist die Grundlage für die Anschaffung eines Jugendbootes und den Aufbau einer Jugendabteilung? Das Vorhandensein von einem Kern von Jugendlichen, mit dem das Projekt starten kann! So waren eine Hand voll motivierte junge Leute schnell beisammen.

Auf dem Vereinsabend im September 2017 war es dann endlich so weit: Das Konzept wurde dem Verein vorgelegt und zur Abstimmung darüber aufgerufen. Mit großer Mehrheit fand das Projekt Anklang, sodass dem weiteren Vorgehen nichts mehr im Wege stand, die Jugendabteilung der Segelkameradschaft Buchholz wurde ins Leben gerufen und der Bootskauf konnte starten.

Schnell war eine passende Albin Express in gutem Zustand sowie mit passendem Preis in Juelsminde (Dänemark) ausfindig gemacht, sodass Andreas und Ich uns mit Trailer im Schlepptau auf den Weg nach Juelsminde begaben. Was gibt es schöneres als ein 15-Meter-Gespann 400 Kilometer hin und zurück mit 80km/h durch Baustellen zu befördern?! ;) Naja, Schiff auf jeden Fall, wie beschrieben, in top-Zustand! Probefahrt gemacht und ab - huckepack nach Buchholz! Dort sind wir dann auch spät am Abend ohne Zwischenfälle angekommen.

Aber was soll ein Boot an Land? Also am nächsten Tag auf nach Heiligenhafen, und ratz fatz befand sich die „Scarlett J“(wie das Boot zu der Zeit noch hieß) wieder in ihrem Element, denn eine Woche später sollte sie schon beim Absegeln dabei sein und das Feld der Dickschiffe ordentlich aufmischen. Nach ein paar Stunden war auch alles bis auf einen mehr oder weniger wichtigen Ausrüstungsgegenstand, der sich wohl unglücklicherweise noch in Juelsminde befand, wieder aufgetakelt. Aber auch dieses kleine Problem ließ sich durch eine Nachtschicht auf der Autobahn wieder lösen, so dass das Boot am nächsten Tag unter vollen Segeln komplett ausgetestet und aufs Absegeln vorbereitet werden konnte. Bloß für einen Antrag auf Yardstickkorrektur beim DSV war es nun doch schon zu spät ;) Jes und Ich überzeugten uns vom seglerischen Potenzial des Bootes und trimmten was das Zeug hält. Schließlich stand dem Absegeln nichts mehr im Wege.

Samstag gings dann los, erste Etappe Fehmarn rund, schöner Kurs. Guter Start, perfekter Wind, später aber leider stark aufbrisend, sodass wir die Führung im Fehmarnbelt aufgrund fehlender Reffreihe im Groß abgeben mussten. Trotz der widrigen Verhältnisse für unser Boot belegten wir eine Platzierung im oberen Mittelfeld. Am nächsten Tag sah es dann schon ganz anders aus, einerseits hatte der Wind abgeflaut, 2bft, das ist unser Wetter! Andererseits stockten wir die Crew durch zwei weitere Freunde von mir auf. Kurz – wir hatten den richtigen Riecher, Zieldurchlauf als erstes Boot, kurz vor dem Favorit, der Heide-Witzka. Nun wusste auch die Crew der Heide-Witzka endlich mal, wie sich langsames Segeln anfühlt :) Für die Gesamtplatzierung des Absegeln reichte es dann für den 5. Platz.

Doch auch nach dem Absegeln der SKB war die Saison für das neue Jugendboot noch lange nicht vorbei, es folgten weitere Törns bis in den November hinein auf Ostsee und Schlei, bei denen immer wieder neue Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt wurden. In diesem Boot steckt für seine Größe verdammt viel Potenzial!

Ende November war dann auch der neu bestellte Trailer endlich fertig, sodass wir das Boot schließlich an der Schlei kranten und es seine Reise ins Winterlager nach Buchholz antreten konnte. Dort steht es nun warm und trocken in der Halle von Andreas und wartet auf den Saisonbeginn 2018. Bis dahin sind noch ein paar Winterarbeiten zu erledigen, unter anderem die Beklebung mit dem neuen Namen. Aus „Scarlett J“ wurde nun nämlich "HEIDE-EXPRESS" in Anlehnung an die „Heide-Witzka“ und den Bootstyp Albin-Express.

Tim Heintze